Seit Mai läuft mein DX-Cluster-Node HB9HJI-2 rund um die Uhr. Wer mitlesen wollte, brauchte bis jetzt ein Logprogramm oder ein Telnet-Fenster: dxspider.funkwelt.net, Port 7300, Rufzeichen eingeben. Das geht, ist aber nicht jedermanns Sache. Am Handy schon gar nicht, wenn man nur rasch wissen will, ob 6 Meter offen ist.
Seit dem 28. September geht das auch im Browser: webcluster.funkwelt.net.

Was du dort siehst
Die Startseite zeigt die letzten Spots, die über HB9HJI-2 laufen, und lädt alle 30 Sekunden neu. Filtern kannst du nach Band, Betriebsart, Kontinent und CQ-Zone. Mein Lieblingshaken: FT8 ausblenden. Plötzlich ist die Liste lesbar. Klickst du auf ein Rufzeichen, bekommst du die letzten Spots und ein paar Zahlen zu genau dieser Station.
Unter «Charts & stats» wird es bunt. Welche Bänder zu welcher Stunde laufen, welche Kontinente auf welchem Band aktiv sind, wie viele Spots pro Monat durchgehen, dazu eine Weltkarte. Unten steht, wer gerade mit dem Cluster verbunden ist, inklusive der Partner-Nodes: HB9ON-8 bei Fulvio HB9DHG, DA0BCC-7 und DM3KS-9.
«Propagation» fasst Sonne und Ausbreitung zusammen. Solar Flux, A- und K-Index, Bandbedingungen für Tag und Nacht und eine aktuelle MUF-Karte. Für den Blick vor dem Einschalten reicht mir das.


Am Handy als App
Die Seite lässt sich wie eine App aufs Handy legen. Im Safari über «Teilen» und «Zum Home-Bildschirm», im Chrome über «App installieren». Danach liegt ein Icon «HB9HJI-2» auf dem Startbildschirm, und die Seite öffnet sich ohne Browserleiste. Auf dem kleinen Bildschirm fallen Land und Kommentar weg, Rufzeichen, Frequenz und Zeit bleiben gut lesbar.
Was dahinter steckt
Die Software heisst Spiderweb und kommt von Corrado, IU1BOW. Sie ist Open Source, und einige DXSpider-Sysops setzen sie ein. Auf die Idee gebracht hat mich der Webcluster von HB9VQQ, der gleich aufgebaut ist.
Damit Spiderweb etwas zu zeigen hat, schreibt DXSpider jeden Spot jetzt zusätzlich in eine Datenbank. Die Liste der verbundenen Stationen holt sich die Seite direkt vom Cluster, über ein eigenes Rufzeichen, HB9HJI-9. Das darf nur lesen und schickt nichts ins Cluster-Netz.
Die Spots seit Mai habe ich nachträglich in die Datenbank übernommen, gut 1,2 Millionen Stück. Die Statistiken zeigen darum nicht bloss die letzten Stunden, sondern den ganzen Sommer.
Am Telnet-Zugang ändert sich nichts. Wer HB9HJI-2 im Logprogramm eingetragen hat, bleibt einfach dabei. Die Webseite ist ein zweites Fenster auf dieselben Daten.
Ganz glatt lief es nicht
Beim Testen ist eine Sicherheitslücke in der aktuellen Spiderweb-Version aufgetaucht. Details gibt es von mir erst, wenn Corrado sie behoben hat. Ich habe sie ihm vertraulich gemeldet und gleich einen Vorschlag mitgeschickt, wie man sie schliesst. Auf HB9HJI-2 ist sie mit einer kleinen Anpassung schon zu.
Zwei Sachen habe ich ausserdem geändert. Der Besucherzähler hat im Original die IP-Adresse jedes Besuchers aufbewahrt, unbefristet. Bei mir merkt er sich nur noch einen anonymen Kurzwert. Und die Datenschutzerklärung war ein Mustertext, der von Werbepartnern sprach, die es hier gar nicht gibt. Die habe ich neu geschrieben, deutsch und englisch, und sie beschreibt jetzt, was die Seite tatsächlich macht. Werbung und Tracking gibt es keine.
Dann noch die Geschichte mit den Kapverden. Kaum lief die Testversion, war die Spot-Liste leer. Komplett. Schuld war ein einziger Spot von D4SAL. Die aktuelle Länderdatei schreibt «Cabo Verde», Spiderweb kannte nur «Cape Verde», und über diesen Namen ist die ganze Liste gestolpert. Inzwischen zeigt D4 wieder seine Flagge.
Probier es aus
Schau rein unter webcluster.funkwelt.net, leg dir die App aufs Handy und sag mir, was fehlt oder stört. Rückmeldungen an cluster@funkwelt.net.
Wer über HB9HJI-2 selbst spotten will, braucht wie bisher eine kurze Registrierung. Ein Mail mit Rufzeichen und Namen an dieselbe Adresse genügt.
Und wer lieber klassisch unterwegs ist: telnet dxspider.funkwelt.net 7300 geht natürlich weiterhin.
73 de Chris, HB9HJI