Manchmal fängt eine neue Version mit einer Mail an. Diese kam aus Katalonien. Raul, EA3JIC, hatte MacADIF entdeckt und fand es einen guten Ersatz für ADIF Master auf dem Mac. Er würde die App gerne auf Spanisch und Katalanisch nutzen und bot an, sie ehrenamtlich zu übersetzen. Ob es Sprachdateien gebe, fragte er, sonst genüge ihm auch eine Liste der Texte. Das Format dürfe ich bestimmen.
Warum nicht, dachte ich. Der Haken: Sprachdateien gab es keine. MacADIF war rein deutsch, die Texte standen direkt im Code.

Erst das Fundament
Also zuerst die Grundlage. Am 16. Oktober abends bekam MacADIF einen String-Katalog, und alle Texte der App wurden übersetzbar, auch die Prüfmeldungen und Berichte im gemeinsamen Paket ADIFCore, das auch in HAM-Tools steckt. Damit Raul nicht mit Xcode hantieren muss, gibt ein kleines Skript die Texte als CSV-Datei aus und liest sie wieder ein.
Beim Einlesen prüft das Skript die Platzhalter. Wo im Original zum Beispiel %@ (%lld) steht, also ein Text und eine Zahl, muss die Übersetzung genau diese Werte an der richtigen Stelle haben. Sonst zeigt die App falsche Zahlen oder stürzt im dümmsten Fall ab. Meine erste Version dieser Prüfung war zu nachsichtig. Das Code-Review hat es gefunden, bevor die erste CSV-Datei unterwegs war.
Am 17. Oktober kam Englisch als erste Fremdsprache dazu, Version 0.16.0. Am Abend kam Rauls Übersetzung zurück, für beide Sprachen und rund 460 Texte allein in der App. Die Platzhalter hat er mit Positionsnummern gesetzt, genau so, wie die Prüfung es haben will. Geändert habe ich nur eine Kleinigkeit: Aus «cuadrículas locator del locator» wurde «cuadrículas locator». Noch am selben Abend ging 0.16.1 raus, Spanisch und Katalanisch inklusive Prüfmeldungen, Contest- und Cross-Check-Berichte. Im Changelog und in der Online-Hilfe steht Raul als Übersetzer.
Eine Übersetzung zieht die nächste Idee nach sich
Bis dahin richtete sich MacADIF nach der Sprache von macOS. Wer die App auf Katalanisch will, müsste also gleich den ganzen Mac umstellen. Das war mir zu viel verlangt. Seit 0.17.0, eine halbe Stunde später, wählt man die Sprache unten in der Seitenleiste: Systemsprache, Deutsch, English, Español oder Català. Nach einem Neustart gilt sie, und den bietet MacADIF gleich an, mit Rückfrage, falls noch ungespeicherte Änderungen offen sind.

Raul hat mir noch etwas mitgegeben: Bei «1 errors» stimmt die Mehrzahl nicht. Er hat recht. Richtige Einzahl- und Mehrzahlformen stehen auf meiner Liste für eine der nächsten Versionen.
Für alle, die MacADIF noch nicht kennen
MacADIF ist mein Werkzeug für die Nacharbeit an ADIF-Logs, nativ für den Mac. Es prüft Logs gegen die ADIF-Spezifikation, findet Dubletten, vergleicht zwei Logs, zeigt Statistiken, prüft Outdoor-Logs für POTA, SOTA, WWFF, BOTA, LLOTA, WCA und GMA vor dem Einreichen und exportiert Contest-Logs als Cabrillo oder EDI. Seit Oktober kann es auch mehrere Contest-Logs gegeneinander prüfen. Ein Live-Logger ist es nicht, dafür gibt es HAM-Tools. Mehr dazu im Vorstellungsbeitrag.
Die App ist kostenlos und noch in der Beta, braucht macOS 14 oder neuer und meldet Updates selbst. Download und Anleitung gibt es unter macadif.funkwelt.net/help. Die Hilfe-Seiten sind vorerst nur auf Deutsch.
Danke, Raul. Aus einer freundlichen Mail sind innert zwei Tagen zwei neue Sprachen und eine Sprachwahl geworden. Wer MacADIF gerne in seiner eigenen Sprache hätte: Die CSV-Datei ist schnell verschickt.
73 de Chris, HB9HJI
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