Home » Software & Ham-Tools » funkwelt.net im neuen Kleid: dunkel, schneller, aufgeräumt

6 Min. Lesezeit

funkwelt.net im neuen Kleid: dunkel, schneller, aufgeräumt

Wer in den letzten Tagen hier vorbeigeschaut hat, hat es gemerkt: Die Seite sieht anders aus. Dunkel statt hell, eine Serifenschrift in den Titeln, rechts eine Seitenleiste mit dem Cluster und den Sonnenwerten, und oben nur noch ein paar Menüpunkte statt der langen Reihe. Das ist kein neues Theme von der Stange. Das habe ich gebaut, zusammen mit Claude, in einem Wochenende und zwei Abenden. Hier die Geschichte dazu, inklusive der Stellen, an denen es gehakt hat.

Die neue Startseite: Aufmacher, Raster, rechts die Live-Seitenleiste
Die neue Startseite: Aufmacher, Raster, rechts die Live-Seitenleiste

Warum überhaupt?

Zwei Gründe. Der erste war Unordnung. Über die Jahre sind hier über hundert Kategorien gewachsen, nicht geplant, sondern passiert: für jede Antenne eine, für jeden Contest eine, für jedes Nebenprojekt eine. Wer einen Beitrag suchte, bekam einen Kategorienbaum, den nicht einmal ich mehr auswendig konnte. Das wollte ich seit Monaten aufräumen, und mir war klar, dass das nicht mit ein bisschen Umhängen getan ist.

Der zweite Grund war Lust. Ich schreibe Software für den Amateurfunk, ich baue Antennen, aber meine eigene Website lief seit Jahren auf einem fertigen Theme, das ich nie wirklich verstanden habe. Ich wollte eines, das mir gehört. Jede Zeile CSS, jede Vorlage, jede Entscheidung.

Was neu ist

Das Design ist nur noch dunkel. Grundfarbe Navy, ein blauer Akzent, Titel in Source Serif, Text in IBM Plex. Die Schriften liegen auf meinem eigenen Server, und auch die Karten- und Diagramm-Bibliotheken kommen nicht mehr von fremden Servern, sondern aus einem eigenen kleinen Plugin. Auf den geprüften Seiten geht keine Anfrage mehr an unpkg, cdnjs oder jsdelivr. Das ist nDSG-sauber und spürbar schneller, weil die Kartenbibliothek nur noch dort lädt, wo auch eine Karte ist.

Aus den über hundert Kategorien sind acht Rubriken geworden: Anleitungen, Outdoor, Contests & Events, Tests & Setups, CB-Funk, Digitalfunk, Antennenbau, Software & Ham-Tools. Dazu «Allgemein» für den Rest. 580 Beiträge habe ich umgehängt, 109 Kategorien gelöscht. Was darin steckte, lebt als Schlagwort weiter: POTA, BOTA, D-STAR, HB9AF und so weiter. Wer nach einem alten Rubrik-Link sucht, landet trotzdem richtig, 115 alte Rubrik-Adressen, 5 umgezogene Seiten und 15 Rechner-Seiten leiten weiter, auch die Feeds. Die Rechner selbst wohnen jetzt nur noch in der Toolbox, nichts wird mehr doppelt gepflegt.

Neu ist die Seite «Alle Beiträge» mit Rubriken-Chips zum Filtern. Die Startseite zeigt den aktuellen Beitrag gross, darunter das Raster, rechts die Suche, den Status von HB9HJI-2 und das Solar-Widget. Und alle meine eigenen Plugins, die APRS-Karte, der Aktivierungsplaner, der ISS-Tracker, der CB-Kanalplan, der Bandplan, die DXCC-Liste, HamLogTools, die Repeater-Karte und die anderen, sind jetzt dunkel. Nicht umgebaut, sondern per CSS eingefärbt; alte HTML-Seiten mit fest verdrahteten hellen Farben werden beim Ausliefern automatisch umgefärbt.

Dazu Kleinkram, der mir wichtig war: 232 Umlaute in elf alten Seiten, die noch als ae, oe und ue dastanden, sind korrigiert. Kommentare und Kontaktformular sprechen Dich jetzt mit Du an, das Kontaktformular fragt nach dem Rufzeichen. Und die Repeater-Karte zeigt OpenStreetMap, weil Carto von einem Tag auf den anderen einen API-Schlüssel verlangte.

Startseite und Beitrag auf dem Handy
Startseite und Beitrag auf dem Handy

Wie das in einem Wochenende ging

Mit Claude Code im Terminal auf dem DEV-Mac, in einer lokalen WordPress-Kopie, mit Git und Feature-Branches, so wie ich auch an HAM-Tools arbeite. Der erste Commit vom 9. Oktober heisst «Grundgerüst Variante C, Magazin dunkel». Am selben Tag waren es 65 Commits und 22 zusammengeführte Branches: Header, Menü, Rubriken, Seiten-Umzüge, Plugins dunkel, Akzentfarbe, Kommentare in Du-Form.

Die Arbeitsteilung war klar. Ich entscheide, was die Seite sein soll, welche Variante, welche Farben, welche Beiträge in welche Rubrik, wie weit die Plugins umgebaut werden. Claude setzt um, prüft die Kontraste gegen die Barrierefreiheits-Vorgaben und ob der Block-Editor alles noch schluckt. Und bevor ein Branch in den Hauptzweig geht, schaut eine zweite KI drüber: Codex hat den Code reviewt und acht Befunde geliefert, von lokal gehosteten Bibliotheken bis zu Link-Texten für Screenreader. Die habe ich einzeln geprüft und alle umgesetzt, aber geprüft, nicht blind übernommen.

Am 14. Oktober kam noch die Grundfarbe dran. Das erste Blauschwarz war mir zu hart; nach einem Vergleich von drei Varianten nebeneinander wurde es Navy. Danach war das Theme fertig, und dann hiess es warten.

Was unterwegs schiefging

Der Hoster zuerst. Für den Live-Gang brauchte ich SSH-Zugang, und der war bei Hosting Swiss wegen eines chroot-Problems eine Woche lang blockiert. Der Support hat es mit einem Testuser nachgestellt und am 16. Oktober Entwarnung gegeben. Am selben Nachmittag war die Seite live.

Dann das Backup, das keines war. Der erste Datenbank-Export meldete brav «ok». Erst die Kontrolle, Tabellen zählen, nach «Dump completed» suchen, zeigte: abgebrochen, die Beiträge fehlten komplett. Zweiter Versuch mit grösserem Paketlimit, 54 von 54 Tabellen. Hätte ich dem ersten «ok» geglaubt, wäre das die Geschichte eines anderen Beitrags geworden.

Die kses-Falle. Beim Verschieben alter Seiten per Kommandozeile hätte WordPress die Stil-Blöcke der alten HTML-Seiten stillschweigend herausgefiltert. Claude hat das vorher erkannt, wir haben es umgangen. Und nach dem Umschalten zeigte nginx weiter die alten Seiten, bis der Cache in Plesk geleert war.

Beim Aufräumen kamen zwei Dinge ans Licht, die mit dem Theme nichts zu tun hatten: WP-Cron stand seit dem 8. Oktober still, weil die geplante Aufgabe in Plesk scheiterte, darum holte der Developer-Hub keine App-Versionen mehr. Und der ISS-Tracker stürzte ab, wenn CelesTrak eine Fehlerseite statt Bahndaten lieferte. Beides am selben Tag behoben.

Ein Beitrag im neuen Design, am Beispiel des Webclusters
Ein Beitrag im neuen Design, am Beispiel des Webclusters

Was ich daraus mitnehme

Der Umbau hat sich gelohnt, nicht wegen der Farbe, sondern weil ich die Seite jetzt verstehe. Jede Vorlage ist meine, jedes Script im Live-Gang hatte einen Trockenlauf, jeder schreibende Schritt ein Backup davor und mein «go». So will ich auch weiterarbeiten.

Und eine Regel hat sich bestätigt: Ein Backup ist erst ein Backup, wenn man es kontrolliert hat.

Sag mir, was Dir am neuen Design auffällt, positiv wie negativ. Wenn ein alter Link ins Leere läuft oder eine Seite im Dunkeln seltsam aussieht, schreib es in die Kommentare oder ans Kontaktformular.

73 de Chris, HB9HJI

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert