USKA öffnet XMAS-Contest für FT8 – Fluch oder Segen für den Contest-Betrieb?

Die Union Schweizerischer Kurzwellen-Amateure (USKA) hat eine bedeutende Änderung für den diesjährigen Weihnachtswettbewerb (XMAS Contest) bekannt gegeben: Erstmals kann auch im beliebten, aber umstrittenen Digitalmodus FT8 teilgenommen werden. Diese Entscheidung wirft in der Szene Fragen auf: Geht es um Inklusion oder kapituliert der «echte» Funkbetrieb vor der Automatisierung?

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Die Fakten: Was ist neu?

Laut der offiziellen Mitteilung der USKA (Link zur Quelle) wurde eine spezielle Schweizer Version der Software WSJT-X entwickelt („WSJT-X-SWISS“), die es ermöglicht, den für den Contest notwendigen Austausch (Kanton und Contest-Name) korrekt abzuwickeln. Die Teilnahmehürde wird damit extrem niedrig gelegt: Software laden, Kanton einstellen, loslegen.

Warum fördert die USKA FT8 im Contest?

Auf den ersten Blick mag die Entscheidung der USKA unverständlich erscheinen, wenn man bedenkt, dass Conteste eigentlich die betriebliche Fertigkeit des Operateurs prüfen sollen. Dennoch gibt es strategische Gründe für diesen Schritt, die oft genannt werden:

  1. Belebung der Bänder: Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Bänder abseits von FT8 oft erschreckend ruhig sind. Durch die Integration von FT8 erhofft sich der Verband vermutlich, die Teilnehmerzahlen insgesamt oben zu halten.
  2. Inklusion von «kleinen Stationen»: Nicht jeder hat den Platz für riesige Beams oder die Leistung für starke SSB-Signale. FT8 ermöglicht es Funkamateuren mit behelfsmäßigen Antennen oder strikten EMV-Auflagen, dennoch am Contest-Geschehen teilzunehmen.
  3. Technologischer Wandel: Die Digitalisierung ist im Amateurfunk nicht aufzuhalten. Verbände versuchen oft, diesen Wandel zu integrieren, statt ihn auszugrenzen, um nicht als «ewig gestrig» zu gelten.

Die Kritik: Wo bleibt der «Funk»?

Die Skepsis, die viele OM (Old Man) teilen, ist berechtigt und wichtig. Ein Blick in die Logs vieler Stationen zeigt heute oft eine monotone «Wand aus FT8». Die Kritikpunkte wiegen schwer:

  • Verlust der «Operating Skill»: Ein SSB- oder gar CW-Pileup zu managen, schwache Signale im Rauschen mit dem Gehör zu filtern und blitzschnell zu reagieren – das ist die Kunst des Contestens. Bei FT8 übernimmt der Computer das Dekodieren und oft auch den kompletten Ablauf des QSOs (Auto-Sequence). Wo bleibt die Leistung des Menschen?
  • Austauschbarkeit: Wenn der Computer funkt, ist es fast egal, ob der Operator in der Schweiz oder in Südamerika sitzt. Der persönliche Charakter einer Stimme oder die «Handschrift» einer Morsetaste gehen verloren.
  • Verdrängung: Es besteht die reale Gefahr, dass SSB und CW weiter an den Rand gedrängt werden. Wenn es «einfacher» ist, Punkte mit FT8 zu sammeln, werden viele den Weg des geringsten Widerstands gehen.

Fazit: Koexistenz oder Übernahme?

Dass die USKA nun auch den traditionsreichen XMAS-Contest für FT8 öffnet, ist ein Zeichen der Zeit. Für die einen ist es eine willkommene Modernisierung, für die anderen – wie auch hier auf funkwelt.net kritisch angemerkt – ein weiterer Schritt weg vom klassischen Funkhandwerk.

Es bleibt zu hoffen, dass die digitalen Modi als Ergänzung und nicht als Ersatz gesehen werden. Denn die Faszination, eine Stimme aus dem Rauschen zu fischen und ein QSO «von Mensch zu Mensch» zu führen, kann kein Computer ersetzen.

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