Neu in der Antennenwerkstatt: Der Yagi-Rechner

Die Antennenwerkstatt auf funkwelt.net bekommt Zuwachs: Ab sofort steht euch der neue Yagi-Rechner zur Verfügung — ein Werkzeug, das euch in wenigen Sekunden einen kompletten Bauplan für eine monoband Yagi-Antenne liefert. Ob klassische Aluminium-Konstruktion oder leichter Draht-Beam im Spiderbeam-Style: Ein paar Klicks genügen, und ihr habt Elementlängen, Abstände, eine massstabsgetreue Skizze und eine Stückliste auf dem Tisch.

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Was der Rechner kann

Der Yagi-Rechner deckt alle Kurzwellenbänder von 40 bis 10 Metern ab, inklusive der WARC-Bänder 30, 17 und 12 Meter. Ihr wählt das gewünschte Band, die Anzahl der Elemente (zwei bis fünf), die Bauweise und die Designfrequenz über Presets für CW, SSB, FT8 oder Bandmitte. Damit lässt sich die Antenne gezielt auf den Bereich optimieren, in dem ihr am meisten QRV seid — eine SSB-optimierte 20m-Yagi hat nun mal andere Masse als eine, die auf FT8 bei 14.074 MHz resonieren soll.

Die Ausgabe besteht aus mehreren Bausteinen:

  • Zusammenfassung mit Wellenlänge, Boomlänge, erwartetem Gewinn, Rückdämpfung und Fusspunktimpedanz
  • Masstabelle mit allen Elementlängen und Abständen in Millimetern — sowohl als Gesamtlänge als auch als halbe Seitenlänge
  • Massstabsgetreue Skizze als Draufsicht mit Bemassung und eingezeichneter Abstrahlrichtung
  • Material-abhängige Stückliste mit allen Komponenten, die ihr für den Bau braucht
  • Druckfunktion für den kompletten Bauplan — direkt aus dem Browser in die Werkstatt

Alurohr oder Draht?

Eine bewusste Design-Entscheidung: Der Rechner unterstützt beide klassischen Bauweisen. Für die Alurohr-Ausführung könnt ihr zusätzlich den Rohrdurchmesser angeben, und die Stückliste führt euch Boom, Elementmaterial, Kreuzverbinder und Balun auf. Für die Draht-Ausführung im Spiderbeam-Style berechnet der Rechner stattdessen die nötigen Fiberglas-Spreizer, den Drahtbedarf und die Abspannseile.

Der Unterschied ist nicht nur mechanisch: Die Elementlängen werden automatisch mit dem passenden Velocity Factor skaliert (Alu 0.95, Draht 0.96), da isolierter Kupferdraht geringfügig anders resoniert als blankes Aluminiumrohr. Wer schon einmal eine Spiderbeam nachgebaut hat, weiss wie viel Feinarbeit in diesen Details steckt — der Rechner nimmt euch die Umrechnung ab.

Theorie trifft Praxis

Die Berechnungen basieren auf den bewährten DL6WU– und W4RNL-Design-Tabellen für monoband Yagis. Das sind keine willkürlichen Formeln, sondern das Ergebnis jahrzehntelanger Optimierungsarbeit an Gewinn, Vor-Rück-Verhältnis und Bandbreite. Für eine 3-Element-Yagi auf 20 Metern bedeutet das beispielsweise einen Boom von rund 3,17 Metern, einen Reflektor von etwa 10,05 Metern und einen erwarteten Gewinn um 7,5 dBi bei 20 dB Rückdämpfung.

Ein wichtiger Hinweis bleibt aber bestehen: Die berechneten Masse sind Richtwerte für den Rohbau. Umgebung, Montagehöhe, Mastmaterial und sogar die Koaxialkabel-Führung beeinflussen das tatsächliche Resonanzverhalten. Das finale Feintuning am Aufbauort mit einem Antennenanalyzer (NanoVNA, RigExpert oder ähnlich) bleibt Pflicht — aber dank der präzisen Ausgangsmasse ist das meist nur noch Feinarbeit im Zentimeterbereich.

Ausblick

Der Yagi-Rechner ist der erste Baustein in einer wachsenden Sammlung von Werkzeugen für die Antennenwerkstatt. Weitere Rechner sind in Planung — schreibt mir gerne, welche Tools ihr euch wünscht. Dipole, Magnetic Loops, Baluns, Traps: Es gibt viel zu bauen.

Viel Erfolg beim nächsten Antennenprojekt, gute Verbindungen und immer genug Kupfer in der Luft!

73 de HB9HJI.

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