6m-Saison eröffnet — Antenne oben, Logbuch läuft

Die 6m-Saison 2026 ist in vollem Gange. Der DX-Cluster ist prall gefüllt mit Spots, das Band zeigt tolle Aktivität — und bei mir im Shack ist endlich alles bereit: Die bewährte Delta-Loop hängt wieder in der Luft, und mein selbst entwickeltes Logbuchprogramm HAM-Tools ist seit ein paar Tagen produktiv im Einsatz. Etwas spät in die Saison gestartet, aber wie man so schön sagt: lieber zu spät als nie.


Contents

Das magische Band — warum 6m so besonders ist

Das 50-MHz-Band, unter Funkamateuren liebevoll das “Magic Band” genannt, ist eines der faszinierendsten Bänder überhaupt. Wer noch nie auf 6m gefunkt hat, verpasst etwas Einzigartiges.

Der Grund für den Beinamen liegt in seiner unberechenbaren Ausbreitungscharakteristik. 6m liegt genau an der Grenze zwischen Kurzwelle und UKW — und verhält sich je nach Saison und Ionosphärenzustand wie beides. Im Sommer, von etwa Mai bis August, sorgen sporadische E-Schichten (kurz: Es) für plötzliche und weitreichende Öffnungen nach ganz Europa, in den Nahen Osten, nach Afrika oder sogar transatlantisch. Eine solche Öffnung kann binnen Minuten entstehen und ebenso schnell wieder verschwinden — das macht das Beobachten des Clusters und das schnelle Reagieren zur Kunst.

Neben sporadischem E gibt es auf 6m noch weitere Ausbreitungsmodi: F2-Ausbreitung bei erhöhter Sonnenaktivität ermöglicht weltweite Verbindungen, Tropo sorgt regional für grosse Reichweiten, und bei günstiger Konstellation sind sogar EME-QSOs (Erde-Mond-Erde) möglich. Kein anderes Band bietet diese Vielfalt in einem einzigen Frequenzbereich.

Für mich persönlich ist 6m das Lieblingsband, weil man nie weiss, was einen beim nächsten Einschalten erwartet. Ein normaler Nachmittag kann sich innerhalb von Minuten in ein DX-Pile-up verwandeln, das einem den Atem verschlägt. Dieses Element der Überraschung, kombiniert mit der Notwendigkeit, schnell und konzentriert zu arbeiten, macht 6m einzigartig.

Wer im Moment noch nicht reingehört hat: Es lohnt sich definitiv. Der Cluster zeigt gerade ausgezeichnete Aktivität, also Transceiver anwerfen und Ruf halten!


Die Antenne: Delta-Loop 50 Ohm — bewährt und wieder oben

Meine Antenne der Wahl für 6m ist eine Delta-Loop in der 50-Ohm-Konfiguration mit den Abmessungen Apex 18 / 41 / 41. Diese Antenne habe ich schon seit mehreren Saisons im Einsatz und sie hat sich als robuste, unkomplizierte und leistungsstarke Lösung bewiesen.

Eine Delta-Loop für 6m ist eine vollständige Schleifen-Antenne (ein Wellenlänge Umfang bei ~50 MHz), die in Dreieckform aufgehängt wird. Die Speisung am unteren Scheitelpunkt mit 50 Ohm ergibt eine direkte Koaxanpassung ohne Balun-Akrobatik — das vereinfacht den Aufbau erheblich. Im Vergleich zu einem einfachen Dipol gewinnt man einen kleinen Gewinn, ausgeprägtes Verhalten gegenüber Störungen und eine robustere Bandbreite.

Die vollständige Berechnung und Dimensionierung dieser Antenne findest du übrigens im Loop-Rechner der HAM-Tools Toolboxtoolbox.funkwelt.net/loop — dort kannst du die Masse für jede Frequenz und jeden Speisepunkt selbst berechnen.

Dieses Jahr hat es etwas länger gedauert bis zur Inbetriebnahme, aber das erste QSO auf der neuen Saison ist damit umso wertvoller.

Delta-Loop Antenne für das 6m-Band aufgebaut im Garten von HB9HJI

HAM-Tools — mein eigenes Logbuch ist produktiv

Neben der Antenne gibt es noch eine zweite Neuigkeit, auf die ich besonders stolz bin: Seit ein paar Tagen läuft mein selbst entwickeltes Logbuchprogramm HAM-Tools stabil und produktiv im Shack-Betrieb.

Über 100 Stunden Entwicklungsarbeit stecken in diesem Projekt. Wer selbst je eine native macOS-App geschrieben hat, weiss, was das bedeutet: Architekturentscheidungen, UI-Feinschliff, Protokoll-Implementierungen, und das stundenlange Debuggen von CAT-Verbindungen, die sich partout nicht so verhalten wollten wie in der Dokumentation beschrieben. Dass jetzt alle Schnittstellen und CAT-Anbindungen stabil laufen, ist ein echter Meilenstein.

Was HAM-Tools kann

HAM-Tools ist eine native macOS-App (macOS 14 Sonoma oder neuer, Apple Silicon und Intel) und deckt den gesamten Alltag eines aktiven Funkamateurs ab:

Multi-Log: Mehrere Logbücher gleichzeitig — Lebens-Log, POTA-Sessions, Contest-Logs. Wechseln per Klick, alle Daten lokal in .htlog-Dateien gespeichert. Keine Cloud, keine Abhängigkeiten.

Contest-Modus: 14 vorkonfigurierte Templates für die wichtigsten Conteste (HB-Helvetia, CQ-WW, CQ-WPX, IARU, ARRL-DX, WAE, DARC-WAG und weitere) mit Wizard, Live-Score, Dupe-Markierung und Cabrillo-Export.

POTA, SOTA, WWFF und BOTA: Alle vier grossen Award-Programme sind vollständig integriert — mit lokalen Referenz-Datenbanken, Activator/Hunter-Workflow und programm-spezifischen Spots-Feeds. Wer gerne draussen aktiviert, hat alles an einem Ort.

CAT-Anbindung: 24 Radiomodelle von Yaesu, Icom, Kenwood und Elecraft werden via Hamlib unterstützt. ICOM mit korrekter CI-V-Adresse pro Modell. Multi-Config für schnellen Wechsel zwischen Setups.

DX-Cluster: Eigener DXSpider-Feed plus POTA/SOTA-Live-Feeds, filterbar auf Watchlist, Award-relevante Modes und Contest-Bänder. Ein Klick auf einen Spot füllt das Log und setzt den Transceiver per CAT direkt auf die Frequenz.

25+ Rechner: Die bekannte HAM-Tools Toolbox ist direkt integriert — Antennenrechner, Smith-Chart, Linkbudget, QTH-Locator und mehr, ohne den Browser zu öffnen.

Screenshot der Logbuch-Software HAM-Tools mit Cluster, Logbook und Band-Aktivität

Download und Dokumentation

HAM-Tools ist als DMG mit Apple-Notarisierung verfügbar — kein Gatekeeper-Drama beim ersten Start. Das Lizenzmodell ist Lifetime mit 12 Monaten Updates inklusive.

Alle Infos, die vollständige Dokumentation und den Download findest du hier:
toolbox.funkwelt.net/help


Fazit

Die Saison 2026 hat gut gestartet — zumindest sobald man die Antenne endlich oben hat. Das 6m-Band zeigt sich von seiner besten Seite, und mit einem stabilen, selbst entwickelten Logbuch macht das Loggen gleich nochmal so viel Spass. Wer also gerade seinen Transceiver anwirft und auf 50 MHz schaut: vielleicht sehen wir uns im Log.

73 de HB9HJI

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