Praxistest 1: Der PicoAPRS V4 – Das Kraftpaket im Westentaschenformat

Nach einer etwas holprigen Reise mit UPS ist er endlich im Shack von funkwelt.net eingetroffen: Der PicoAPRS V4. Als einer der kleinsten APRS-Transceiver der Welt hat dieses Gerät in der Funker-Community bereits für viel Aufsehen gesorgt. Doch hält der Winzling, was er verspricht? Hier ist mein erster ausführlicher Bericht.

PICO APRS V4
Screenshot

Contents

Erster Eindruck und Hardware

Das Erste, was beim Auspacken auffällt, ist die beeindruckende Kompaktheit. Der PicoAPRS V4 ist kaum grösser als eine Streichholzschachtel.

Gehäuse und Verarbeitung

Ehrlich gesagt: Bei der Verarbeitung des Gehäuses muss man kleine Abstriche machen. Für den Preis wirkt das Kunststoffgehäuse etwas filigran und ist haptisch eher am unteren Rand anzusiedeln. Es ist definitiv kein Gerät, das man ungeschützt in die Werkzeugkiste wirft. Wer jedoch sorgsam damit umgeht und es vielleicht in einer kleinen Schutztasche führt, sollte keine Probleme haben. Für den harten Einsatz im «Feld» wäre eine etwas robustere Bauweise wünschenswert gewesen.

Das Akku-Highlight

Ein riesiger Pluspunkt ist die Wahl des Energiespeichers. Der PicoAPRS V4 nutzt einen Standard EN-EL12 Akku. Dies ist ein Segen für uns Funkamateure, da dieser Akkutyp massenhaft in Digitalkameras verwendet wird. Ersatzakkus und externe Ladegeräte sind für wenig Geld im Handel erhältlich, was die Nachhaltigkeit und Einsatzbereitschaft des Trackers enorm erhöht.


Technische Daten im Überblick

Damit du dir ein genaues Bild von der Leistungsfähigkeit machen kannst, habe ich hier die wichtigsten technischen Eckpunkte zusammengefasst:

MerkmalSpezifikation
Frequenzbereich (RX)136 – 174 MHz
Frequenzbereich (TX)144 – 146 MHz (EU-Version)
Sendeleistungca. 1 Watt (umschaltbar auf 0,5W)
BetriebsartenAPRS (1200 Baud AFSK), FM-Sprachfunk
Display240 x 240 Pixel Farbdisplay
SchnittstellenUSB-C (Laden/Daten), Bluetooth, WLAN (802.11 b/g/n)
GPS-EmpfängerIntegriert (unterstützt GPS, GLONASS, Galileo)
Speicherplätze21 Kanalspeicher für FM-Betrieb
AkkuLi-Ion 3,7V / 850 mAh (Typ NP-48)
AntennenanschlussSMA-Buchse
Abmessungenca. 33 x 66 x 25 mm
Gewichtca. 60 g (ohne Antenne)

Konfiguration und Bedienung

Hier punktet das Gerät auf ganzer Linie. Die Menüführung über die 5-Wege-Taste ist logisch aufgebaut und sehr übersichtlich. Während man bei älteren Modellen oft kryptische Tastenkombinationen auswendig lernen musste, lässt sich der V4 fast intuitiv bedienen. Das Setup (Rufzeichen, SSID, Symbol, etc.) ist innerhalb weniger Minuten direkt am Gerät erledigt.

Hinweis zur Antenne: Im Lieferumfang ist keine Antenne enthalten. Angesichts des Preises ist das zwar schade, aber für uns Funkamateure meist kein Hindernis. Da wir ohnehin oft ein ganzes Sortiment an Handfunkgeräte-Antennen mit SMA-Anschluss im Regal haben, lässt sich schnell ein passender Strahler finden.

Funktionsumfang

Der PicoAPRS V4 ist nicht nur ein Tracker, sondern ein multifunktionales Werkzeug:

  1. Tracker-Modus: Sendet Position, Höhe, Geschwindigkeit und Kurs.
  2. Messaging: Empfangen und Senden von APRS-Textnachrichten direkt am Gerät.
  3. Digipeater & iGate: Kann (via WLAN) als mobiles iGate oder als Fill-in Digi fungieren.
  4. KISS-TNC: Über USB-C, Bluetooth oder WLAN lässt sich das Gerät als TNC für Software wie APRSDroid oder Winlink nutzen.
  5. SOS-Funktion: Ein Knopfdruck genügt, um eine Notfallmeldung mit aktueller Position auszusenden.

Fazit: Klein, oho – aber mit Vorsicht zu geniessen

Der PicoAPRS V4 ist ein faszinierendes Stück Technik. Er ist die perfekte Lösung für Wanderungen, Radtouren oder als «Immer-dabei-Tracker».

Vorteile:

  • Extrem kompakt und federleicht.
  • Standard-Akku (EN-EL12) sorgt für eine günstige und einfache Versorgung.
  • Intuitive Bedienung durch modernes Menü und Farbdisplay.
  • Vielseitige Konnektivität (WLAN/Bluetooth).

Nachteile:

  • Gehäusequalität könnte für den Preis hochwertiger (robuster) sein.
  • Keine Antenne oder USB-Kabel im Lieferumfang.

Wer ein einfach zu bedienendes APRS-Gerät sucht, das technisch auf der Höhe der Zeit ist, kommt am PicoAPRS V4 kaum vorbei. Man sollte ihm lediglich ein schützendes Plätzchen in der Tasche gönnen, damit man lange Freude an dem kleinen Funkwunder hat.

2 Gedanken zu “Praxistest 1: Der PicoAPRS V4 – Das Kraftpaket im Westentaschenformat

  1. Taner Antworten

    Hallo Chris,

    herzlichen Dank für deine Bewertung des PicoAPRS.
    Eine kleine Korrektur zum Akku. Der richtige Txp heißt NP-48.
    Was das Gehäuse betrifft, waren die Hintergründe eine möglichst kompakte und leichte Bauform zu ermöglichen.
    Robuste und gleichzeitig größere und schwere Geräte gibt es viele. Aber keines, dass in einer Hemdtasche «vergessen» werden kann, weil es so kompakt und leicht ist.
    Dafür waren Kompromisse bei der Robustheit leider nicht ganz vermeidbar.

    vy 73
    Taner Schenker
    DB1NTO

    • Chris Beitragsautor Antworten

      Hallo Taner, besten Dank für Deinen Input, ich habe die Bezeichnung für den Akku korrigiert. beste 73 de Chris

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