Die Evolution von HAM-Tools

Es fing alles ganz harmlos an. Als Betreiber eines eigenen DXSpider-Nodes hatte ich vor einigen Tagen die Idee, eine kleine, native Mac-App zu schreiben, um das Absetzen von Spots auf meinem Cluster zu testen. Doch wie das bei uns Funkamateuren oft so ist: Wenn man einmal am Basteln ist, findet man kein Ende.

Aus der simplen Test-Idee wurde eine ausgewachsene DX-Cluster-Workstation für macOS, die mittlerweile auch SOTA-, POTA- und WWFF-Daten verarbeitet.

HAM-Tools native macOS-Version: DX-Cluster-Workstation mit Spot-Liste, Bandmap und Statistik

Doch die Reise geht weiter: Die HAM-Tools ziehen nun ins Web um!

Das Konzept: «Native Power» trifft auf «Web-Leichtigkeit»

Nachdem die native Mac-Version (SwiftUI) mit über 25 Antennenrechnern und Live-Cluster-Funktionen fertig war, kam das Feedback meiner Funkfreunde: «Chris, das brauchen wir plattformunabhängig im Browser!»

Ich habe also begonnen, den Code der nativen Version für das Web zu portieren. Eine erste Version läuft bereits auf einem meiner Root-Server. Das Ziel: Ein „Look and Feel“-Test, um die Bedienbarkeit zu prüfen, bevor das finale Konzept steht. https://toolbox.funkwelt.net/

HAM-Tools Web-Version: portierter DX-Cluster im Browser für Funkamateure

Die Technik: Schlank, schnell und ohne Ballast

Technisch gehe ich bei der Web-Version einen sehr bewussten Weg. Während moderne Web-Apps oft riesige Datenbanken im Hintergrund brauchen, folgen die HAM-Tools online dem Prinzip «Zero Database & Client-Side Logic».

  • Keine Datenbank: Die App benötigt keine Speicherung von Nutzerdaten auf dem Server. Das macht sie extrem schnell, sicher und datenschutzfreundlich.
  • Pure Rechnpower im Browser: Die gesamte Logik der Antennenrechner – von der komplexen Hexbeam-Geometrie bis zur Berechnung der Fresnel-Zonen – findet direkt in deinem Browser statt.
  • API-Unabhängigkeit: Aktuell habe ich bewusst darauf verzichtet in der Web Version, externe APIs direkt einzubinden. Die Tools sollen autark funktionieren, ohne dass Daten im Hintergrund unkontrolliert zwischen verschiedenen Servern fliessen.
  • Design natürlich kann man zwischen drei Design Vorlagen entscheiden
HAM-Tools online: Antennenrechner Spiderbeam Multi-Band direkt im Browser

Was ist schon online – und was fehlt noch?

Die Web-Version ist aktuell noch ein «Work in Progress». Viele der bewährten Antennen-Tools (wie der Dipol-Rechner oder die Windom-Berechnungen) sind bereits portiert.

Einige der komplexeren Werkzeuge, wie der QTH-Locator mit interaktiver MapKit-Integration, sind aktuell noch der nativen Mac-Version vorbehalten. Die Portierung dieser Kartenfunktionen und der Live-Anbindung an SOTA/POTA-APIs erfordert zusätzliche Zeit, da ich hier die perfekte Balance zwischen Performance und Usability finden will.

HAM-Tools Web: weitere Antennen- und Funkamateur-Werkzeuge plattformunabhängig im Browser

Sicherheit geht vor: Der DX-Cluster

Vielleicht wundert ihr euch, warum das Herzstück – der DX-Cluster – im Web noch nicht aktiv ist. Hier verfolge ich eine klare Strategie:

  1. Spam-Prävention: Ich möchte verhindern, dass die Spotting-Funktion von Bots missbraucht wird. Ein Tool für Funkamateure soll sauber bleiben.
  2. Konzeptphase: Erst wenn das Sicherheitskonzept für die Spot-Authentifizierung steht, wird die Funktion live gehen.
  3. Read-Only Test: In einem nächsten Schritt werde ich den Cluster-Teil ohne Spot-Funktion portieren, damit ihr die Live-Daten zumindest schon einmal im Web-Interface filtern und beobachten könnt.

Das Projekt steht noch am Anfang, aber die Vision ist klar: Eine universelle Werkzeugkiste für jeden Funkertisch – egal ob auf dem Mac, dem Tablet oder im Browser.

73 de Christian HB9HJI

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