EFHW-Antenne selbst bauen

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Praxis-Guide mit 49:1-Transformator

Die End Fed Half Wave (EFHW) Antenne gehört zu den beliebtesten Multiband-Antennen im Amateurfunk. Mit dem richtigen 49:1-Transformator lässt sich eine effiziente Drahtantenne bauen, die auf mehreren Kurzwellenbändern ohne Antennentuner auskommt. Dieser Praxis-Guide zeigt den kompletten Bau mit NanoVNA-Vermessung. Das Thema ist nicht neu, aber die Materialliste… Stoff um mal etwas neues zu testen.

Funktionsprinzip und Theorie

Eine EFHW ist physikalisch eine halbe Wellenlänge lang und wird an einem Ende gespeist. Der Fusspunktwiderstand beträgt theoretisch 2500-3600 Ω, weshalb ein 49:1-Transformator für die Anpassung an 50 Ω nötig ist. Die Antenne arbeitet als Multiband-Antenne, da sie bei ungeraden Vielfachen der Grundfrequenz (3f₀, 5f₀, 7f₀) ebenfalls als Halbwellenstrahler fungiert.

Materialliste

Für den 49:1-Transformator

BauteilSpezifikationStückzahlBezugsquelle
FerritkernFT82-43 oder T106-21Amidon/Conrad
Kupferlackdraht0,5-0,8 mm CuL2 mElektronik-Händler
GehäuseKunststoff IP541Bausatz oder 3D-Druck
BNC/SO239 Buchse50 Ω1Reichelt/Digikey
Lüsterklemme3-polig1Baumarkt
Kondensator100-150 pF, 1 kV1Elektronik-Händler

Für die Antenne

BauteilSpezifikationLänge/Anzahl
AntennendrahtKupferlitze 1,5 mm²20,5 m (für 40m-Band)
IsolatorenKeramik oder Kunststoff2
AbspannseileUV-beständignach Bedarf

Berechnung der Antennenlänge

Die optimale Länge berechnet sich nach:

L = (k × c) / f

Wobei:

  • k = Verkürzungsfaktor (0,95 für Draht in Luft)
  • c = Lichtgeschwindigkeit (300.000.000 m/s)
  • f = Frequenz in Hz

Längen für verschiedene Bänder

BandFrequenzBerechnungLänge
80m3,65 MHz(0,95 × 300) / 3,6578,1 m
40m7,1 MHz(0,95 × 300) / 7,140,1 m
20m14,2 MHz(0,95 × 300) / 14,220,1 m
17m18,1 MHz(0,95 × 300) / 18,115,7 m

Bau des 49:1-Transformators

Schritt 1: Ferritkern vorbereiten

Kernauswahl: FT82-43 für QRP bis 20W, T106-2 für höhere Leistungen bis 100W. Der Typ-43-Ferrit hat bessere HF-Eigenschaften, während Typ-2 mehr Leistung verträgt.

Schritt 2: Wicklung aufbringen

  1. Primärwicklung: 2 Windungen mit 0,8mm CuL-Draht
  2. Sekundärwicklung: 14 Windungen mit 0,5mm CuL-Draht
  3. Wickelverhältnis: 1:7 ergibt Impedanzverhältnis 1:49

Wickeltechnik:

  • Beide Wicklungen bifilar (parallel) wickeln
  • Gleichmäßige Verteilung über den Kernumfang
  • Windungen fest, aber ohne Isolierung zu beschädigen

Schritt 3: Verschaltung

Eingang (50Ω):  Primärwicklung zwischen HF-Buchse und Masse
Ausgang:        Sekundärwicklung zwischen Antennenanschluss und Masse
Kompensation:   100-150pF parallel zur Sekundärwicklung

Schritt 4: Gehäuse und Anschlüsse

  • Wasserdichtes Gehäuse für Außeneinsatz
  • Zugentlastung für Antennendraht
  • Erdungsanschluss für Radial oder Gegengewicht (optional)

Mechanischer Aufbau

Befestigung und Installation

  1. Transformator-Position: 2-3m über Grund für optimale Abstrahlung
  2. Antennenführung: Draht möglichst horizontal, bei Platzmangel L- oder invertierte L-Form
  3. Isolatoren: An beiden Enden für sichere Befestigung
  4. Koaxkabel: RG58 bis 10m, RG213 für längere Strecken

Abstimmung mit NanoVNA

Messvorbereitung

  1. Kalibrierung: NanoVNA mit OSL (Open-Short-Load) kalibrieren
  2. Frequenzbereich: 1-30 MHz für Übersicht, dann bandspezifisch
  3. Messparameter: S11 (Reflexion), SWR, Smith-Chart

Optimierung der Länge

BeobachtungMaßnahme
SWR-Minimum zu hoch in der FrequenzAntenne verlängern (+2-5% Länge)
SWR-Minimum zu tief in der FrequenzAntenne verkürzen (-2-5% Länge)
SWR generell zu hochTransformator prüfen, Drahtführung optimieren
Mehrere MinimaHarmonische Resonanzen – normal bei EFHW

Typische Messwerte

Eine gut abgestimmte EFHW zeigt folgende SWR-Werte:

BandFrequenzZiel-SWRAkzeptabel
40m7,0-7,2 MHz< 1,5< 2,0
20m14,0-14,35 MHz< 1,5< 2,0
17m18,068-18,168 MHz< 1,8< 2,5
15m21,0-21,45 MHz< 1,8< 2,5

Praktische Tipps aus der Erfahrung

Transformator-Optimierung

  • Kompensationskondensator: Start mit 120 pF, dann in 10 pF-Schritten optimieren
  • Kernkombination: Bei hoher Leistung zwei FT82-43 in Reihe verwenden
  • Temperaturstabilität: Typ-2 Kerne sind thermisch stabiler

Antennenaufbau

  • Mindesthöhe: 0,1 λ über Grund für akzeptable Abstrahlung
  • Umgebungseffekte: Metallische Gegenstände mind. λ/4 entfernt halten
  • Drahtqualität: Kupferlitze ist flexibler als Monofildraht

Fehlervermeidung

Häufige Probleme:

  • Schlechte Lötverbindungen im Transformator
  • Zu dünner Draht bei hohen Leistungen (>50W)
  • Transformator zu nah am Boden montiert
  • Falsche Windungszahl oder -richtung

Leistungstest und Inbetriebnahme

Stufenweise Leistungssteigerung

  1. 1W: Grundfunktion und SWR prüfen
  2. 10W: Erwärmung des Transformators beobachten
  3. Vollast: Nur bei SWR < 2,0 und kühlem Transformator

Langzeittest

Nach 30 Minuten Dauersendung:

  • Transformatorgehäuse: Handwarm ist OK, heiß ist kritisch
  • SWR-Stabilität: Sollte sich nicht verschlechtern
  • TVI/BCI: Nachbarn befragen, Filter ggf. nachrüsten

Fazit

Die EFHW mit 49:1-Transformator ist eine bewährte Multiband-Lösung für platzbeschränkte Stationen. Der Selbstbau ermöglicht Anpassungen an spezielle Anforderungen und kostet etwa 20-30 CHF Mit sorgfältigem Aufbau und NanoVNA-Vermessung erreicht man professionelle Ergebnisse. Die Antenne arbeitet auf ungeraden Harmonischen ohne Tuner und liefert auf 40m, 20m, 17m und 15m gute Resultate.

Erfolgsfaktoren: Saubere Löttechnik, korrekte Kernwahl und geduldige Optimierung mit dem Netzwerkanalysator. Bei ersten Versuchen empfiehlt sich der Beginn mit 20m-Länge für schnelle Erfolgserlebnisse.

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