Die USKA feiert den diesjährigen Xmas-Contest in FT8 als vollen Erfolg. In ihrem neuesten Bericht ist gar von einer „ausgezeichneten Atmosphäre“ die Rede. Wenn man sich jedoch ansieht, was dort eigentlich passiert ist, fragt man sich: Ist das noch Funkersport oder schon IT-Wartung? https://uska.ch/erfolgreicher-xmas-contest-in-ft8/
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„Atmosphäre“ zwischen Prozessoren?
Dass die USKA von einer „ausgezeichneten Atmosphäre“ spricht, grenzt schon fast an Hohn. Wir reden hier nicht von dem Knistern im Äther, dem geschickten Herausfiltern eines Rufzeichens aus dem Pile-up oder der menschlichen Komponente eines CW- oder SSB-Kontakts. Wir reden von Computern, die mit anderen Computern standardisierte Datenpakete austauschen.
Wo genau entsteht da die Atmosphäre? Im Lüftergeräusch des PCs? FT8 mag seine Berechtigung für DX unter schwierigsten Bedingungen haben, aber einen Contest darauf aufzubauen und dann von „Stimmung“ zu sprechen, ist so, als würde man ein Schachturnier feiern, bei dem nur zwei Computerprogramme gegeneinander antreten, während die „Spieler“ daneben Kaffee trinken.
Das KI-Wunder von der USKA
Besonders stolz gibt man sich bei der USKA über die Arbeit von Andreas, HB9BLA, der die Software WSJT-X für die Schweizer Bedürfnisse angepasst hat – und zwar unter Einsatz von „Künstlicher Intelligenz“ (KI).
Schön, dass die KI nun auch in den Hallen der USKA angekommen ist. Während der Rest der technologischen Welt KI bereits seit Jahren produktiv nutzt, wird es hier als bahnbrechende Neuerung verkauft. Was genau man bei einem simplen Datenaustausch-Protokoll wie FT8 grossartig mit KI „weiterentwickeln“ muss, bleibt wohl ein Geheimnis der Algorithmen. Es wirkt eher wie der verzweifelte Versuch, einer sterilen Technik einen modernen, fast schon mystischen Anstrich zu geben.
Ein Armutszeugnis für die Verbandspolitik
Dass die USKA den Contestbetrieb in den digitalen Modi FT8 und FT4 massiv ausbaut, ist kein Zeichen von Fortschritt, sondern ein Symptom der Hilflosigkeit. Es scheint der letzte Versuch zu sein, die schwindende Begeisterung der Schweizer Funker für Conteste künstlich zu beleben.
Indem man die Hürden so tief legt, dass im Grunde nur noch der „Start“-Knopf gedrückt werden muss, generiert man zwar Logbuch-Einträge, aber keine Funkerleidenschaft. Man erkauft sich Aktivitätszahlen um den Preis der Entkernung unseres Hobbys.
Fazit: Funkstille oder Vollautomatik?
Am Ende bleibt es natürlich jedem selbst überlassen, wie er sein Hobby ausübt. Das ist die Freiheit des Amateurfunks. Doch wir müssen uns die Frage stellen: Wollen wir noch selbst funken oder lassen wir lieber gleich den PC die Arbeit machen?
Wenn die „ausgezeichnete Atmosphäre“ künftig nur noch aus dem Blinken der Netzwerkkarte besteht, dann hat sich der Amateurfunk, wie wir ihn kennen und lieben, schleichend verabschiedet.