Fünf Tage Friedrichshafen liegen hinter mir, und ehrlich gesagt brauche ich erst mal einen Tag im Schatten. Von Mittwoch bis Sonntag war ich an der HAM RADIO Friedrichshafen 2026 – die meiste Zeit aber gar nicht in der Halle, sondern dort, wo das eigentliche Leben spielt: auf dem Messecamping.

Contents
Mittwoch – Anreise und erster Abend
Dani HB9HWG und ich sind schon am Mittwoch angereist, um uns in Ruhe einzurichten, bevor der grosse Ansturm losging. Der erste Abend gehörte gleich der Technik: Ich habe Ham-Tools vorgeführt und wir haben ein paar SSTV-Bilder über den Äther geschickt. Ein besserer Einstieg ins lange Wochenende geht eigentlich nicht – Antenne hoch, Laptop auf, und schon ist man mittendrin.
Donnerstag – die Truppe wird komplett
Am Donnerstag trudelten dann nach und nach die anderen ein: Akio HB9HJK, Markus HB9EIZ, Michi HB9EIY, Mark HB9DRN und Martin HB9EIJ. Damit war die Runde komplett. Der Abend lief so, wie so ein Abend laufen soll – Grill an, kühle Getränke in Reichweite, und Gespräche, die kein Ende nehmen wollten. Genau dafür fährt man hin.

Der Hexbeam – das Highlight auf dem Platz
Mein persönliches Highlight stand diesmal nicht in der Halle, sondern direkt auf dem Camping: der Aufbau des Hexbeams. Ohne falsche Bescheidenheit – das war die beste Antenne auf dem ganzen Platz. Aufgebaut, ausgerichtet, Thurgauer Fahne daneben – und schon kamen die ersten Funkamateure vorbei, um sich das Ding genauer anzuschauen. Über eine gute Antenne kommt man eben am schnellsten ins Gespräch.

Apropos Antennen: An kreativen Stationen herrschte auf dem Camping ohnehin kein Mangel. Vom Drahtbeam auf dem Teleskopmast bis zur kompletten Fahrzeugstation war alles dabei, was das Funkerherz höher schlagen lässt.

Freitag und Samstag – die Messetage der HAM RADIO Friedrichshafen 2026
Freitagmorgen ging es das erste Mal in die Halle, Samstag dann zum zweiten Mal. Die HAM RADIO bleibt das, was sie ist: ein Wiedersehen mit der ganzen Szene unter einem Dach. ICOM gross präsentiert, die Bundesnetzagentur mit Messfahrzeug vor Ort, und überall Stände zum Stöbern, Fachsimpeln und Schwächewerden am Geldbeutel.

Als POTA-Fan musste ich natürlich beim Stand der Draussenfunker vorbei – „Parks on the Air, jeder Tag ist Fieldday“ trifft es ja ganz gut. Schön zu sehen, wie viel Schwung im Outdoor-Funken steckt.

Internationales Publikum und alte Bekannte
Was mich jedes Jahr wieder packt: Auf dem Camping und in der Halle trifft man Funkamateure aus aller Welt. Rufzeichen aus allen Ecken des Globus, und trotzdem ist man nach zwei Sätzen per Du. Ich habe viele bekannte Gesichter wiedergesehen und ein paar neue dazugewonnen. Die Kontakte zu pflegen, sich auszutauschen, Ideen abzugleichen – das ist mir am Ende fast wichtiger als jeder Messekauf. Wer sehen will, wie es in den Vorjahren war: Hier geht es zu meinen Berichten von der HAM RADIO 2024 und der HAM RADIO 2023.
Die Hitze – das Thema des Wochenendes
Reden wir kurz übers Wetter, denn drum herum kam man dieses Jahr nicht. Bruthitze, anders kann ich es nicht nennen. Tagsüber stand die Luft, und jeder hat in den Schatten geschielt. So waren am Ende alle jeden Tag froh, wenn es Abend wurde und die Temperaturen einigermassen erträglich wurden. Mit dem Sonnenuntergang über der Messe kam dann jeweils die Erleichterung – und der gesellige Teil des Tages.

Sonntag – Rückreise
Am Sonntag hiess es dann für alle Abbauen und Heimfahren. Ich habe die Fähre Friedrichshafen–Romanshorn genommen – der entspannteste Weg zurück in die Schweiz, mit dem Bodensee als Abschiedskulisse. Ein bisschen müde, ordentlich durchgeschwitzt, aber rundum zufrieden.
Fazit: fünf Tage Funk, gute Freunde, spannende Gespräche und ein Hexbeam, der seine Visitenkarte abgegeben hat. Die Hitze war hart, aber sie hat das Wochenende nicht kleingekriegt. Nächstes Jahr bin ich wieder dabei – das steht jetzt schon fest.
73 de Chris HB9HJI