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Ein Kommentar von funkwelt.net
In der Welt des CB-Funks ist Fortschritt oft mühsam. Umso erfreulicher war die Nachricht aus dem Hause des Funkvereins Iddaburg (HB9ID): Mit dem «HB9SCBO Rufzeichen-Manager Pro» haben die Technik-Begeisterten aus der Ostschweiz ein Werkzeug geschaffen, das eine echte Lücke schliesst. Doch die Freude währt nur kurz. Wer den Generator nutzen möchte, stösst aktuell auf eine rote Warnmeldung – ein rechtliches Veto des SCBO (Swiss CB Organisation) verhindert den produktiven Einsatz.
Was der HB9ID Rufzeichen-Manager leisten kann
Technisch gesehen ist der Generator ein Paradebeispiel für moderne Datenverarbeitung im Hobbyfunk. Er fungiert als Schnittstelle, die tagesaktuelle Daten direkt von der Quelle (HB9SCBO) bezieht und für den Endnutzer aufbereitet.
Die Kernfunktionen im Überblick:
- Live-Datenabruf: Kein statisches PDF von gestern, sondern ein Scan der aktuellen Datenquelle.
- Multiformat-Export: Nutzer können die Listen direkt als Excel (.xlsx), PDF, CSV oder sogar als HTML Offline-Version herunterladen.
- Identifikation grosser Datenmengen: Wie der Screenshot zeigt, wurden bereits über 1’700 Datensätze erfolgreich identifiziert.
- Benutzerfreundlichkeit: Ein Klick genügt, um die CB- und Amateurfunk-Rufzeichenlisten in das gewünschte Format zu bringen.
Das «Eigentor» des SCBO: Rechtliche Hürden statt Kooperation
Die Ernüchterung folgt prompt beim Klick auf den Download. Ein Pop-up informiert darüber, dass der SCBO den automatisierten Export über dieses Tool aktuell nicht erlaubt. Die Begründung: Die rechtliche Lage werde geprüft. Bis dahin werden die Originaldaten beim Download durch Beispieldatensätze ersetzt.

Wir von funkwelt.net fragen uns: Warum eigentlich?
Es ist kein Geheimnis, dass die Pflege von Rufzeichenlisten zeitaufwendig ist. Wenn ein Verein wie HB9ID die Initiative ergreift und ein Tool baut, das die Zugänglichkeit und Nutzbarkeit dieser Daten massiv erhöht, sollte dies im Interesse der gesamten Community liegen.
Warum die Blockade unverständlich ist:
- Offenheit als Prinzip: Die Rufzeichenliste ist laut Hinweis öffentlich und für jeden frei zugänglich. Warum also den Weg der Daten (manuell vs. automatisiert) reglementieren?
- Verpasste Synergie: Statt Ressourcen in die «rechtliche Prüfung» einer innovativen Idee zu stecken, könnte der SCBO das Tool offiziell unterstützen oder sogar integrieren.
- Community-Service: Der Generator von HB9ID bietet einen Mehrwert, den die offizielle Seite in dieser Form nicht liefert (z.B. den direkten CSV/Excel-Export für eigene Logbücher).
Fazit: Innovation braucht Freiheit
Der CB-Funk lebt vom Mitmachen und von der Technikbegeisterung. Wenn Verbände wie der SCBO innovative Projekte durch bürokratische Hürden ausbremsen, schaden sie dem Hobby mehr, als sie es schützen.
Der «Rufzeichen-Manager Pro» ist ein exzellentes Werkzeug, das zeigt, was im Jahr 2026 möglich ist. Es bleibt zu hoffen, dass der SCBO erkennt, dass Kooperation wertvoller ist als Kontrolle. Ein «Eigentor» kann man sich in Zeiten schwindender Funkerzahlen eigentlich nicht mehr leisten.
Wir bleiben dran und hoffen auf eine baldige Freigabe der Daten!
Quelle & Bildmaterial: Screenshot der HB9ID-Webseite (Pegasus 75)