LLOTA — Lakes and Lagoons On The Air

Amateurfunk und die freie Natur passen bekanntlich gut zusammen. POTA (Parks), SOTA (Gipfel), WWFF (Naturschutzgebiete) und zuletzt BOTA (Bunker) haben in den letzten Jahren tausende OMs und YLs nach draussen gebracht. Seit 2026 gibt es einen neuen Zugang in dieser Familie — und er gilt einem Element, das gerade in der Schweiz reichlich vorhanden ist: dem Wasser.

LLOTA — Lakes and Lagoons On The Air (auf Spanisch »Lagos y Lagunas En El Aire«) ist ein junges, aus Chile gestartetes Aktivierungsprogramm, das Funkbetrieb von Seen, Lagunen und Stauseen aus auszeichnet. Man kann es sich als die POTA-Variante für Gewässer vorstellen: dasselbe einfache Activator/Hunter-Prinzip, dieselbe Spot-Kultur — nur eben am und auf dem Wasser.

LLOTA Reference Explorer in HAM-Tools: Weltkarte mit Seen und Lagunen sowie Statistik mit 6484 Referenzen, 46 Ländern und 1976 Aktivierungen

Contents

Wie LLOTA funktioniert

Das Prinzip ist bewusst niederschwellig gehalten:

  • Jedes Gewässer hat eine eindeutige Referenz im Format XX-NNNN — ein Länderpräfix und eine Nummer, z. B. CL-0001 (Chile) oder CH-0004 (Bodensee). Jede Referenz hat hinterlegte GPS-Koordinaten.
  • Aktiviert wird als Activator direkt am Gewässer: maximal 200 m vom Ufer entfernt — oder gleich über dem Wasser, etwa vom Boot oder von einer Brücke aus. Genau das macht LLOTA für Segler, Paddler und Hausboot-Funker so reizvoll.
  • Gejagt wird als Hunter von überall auf der Welt — wer einen aktiven See im Log hat, sammelt ihn als Treffer.
  • Alle Bänder und Betriebsarten sind erlaubt: SSB, CW, die Digimodes (FT8/FT4) und FM-Simplex. Für die Wertung einer Aktivierung gelten derzeit 10 QSOs pro Tag und Gewässer.
  • Eine Besonderheit unter den »On The Air«-Programmen: LLOTA betreibt eine eigene Live-Spot-Plattform auf llota.app — vergleichbar mit pota.app. Dort sieht man, wer gerade welchen See aktiviert, und kann selbst spotten. Auch Logger-Apps wie Ham2K Polo und die World Radio League unterstützen LLOTA bereits.

Wer schon einmal POTA aktiviert hat, fühlt sich sofort zu Hause — und wer ein Boot oder einen Lieblingssee hat, bekommt einen schönen neuen Grund, das Funkgerät einzupacken.

Schon über 6400 Gewässer weltweit — 47 davon in der Schweiz

Obwohl das Programm noch jung ist, wächst die Referenzliste rasant: Aktuell sind über 6400 Gewässer in rund 40 Ländern erfasst — von den grossen Patagonien-Seen über die nordamerikanischen Great Lakes bis nach Europa.

Und für uns besonders erfreulich: Die Schweiz ist mit 47 Gewässern schon gut vertreten. Mit dabei sind praktisch alle grossen Namen —

  • Genfersee (CH-0002), Bodensee / Lake Constance (CH-0004), Vierwaldstättersee (CH-0005), Zürichsee (CH-0007), Lago Maggiore (CH-0006) und Lago di Lugano (CH-0008)
  • Neuenburgersee (CH-0003), Murtensee (CH-0001), Bielersee (CH-0009), Thuner- und Brienzersee (CH-0010 / CH-0012), Zugersee (CH-0011), Walensee (CH-0013)

— dazu zahlreiche kleinere Perlen wie Hallwiler-Baldegger- und Sempachersee, der Schwarzsee, der Lac de la Gruyère, der Klingnauer Stausee und etliche idyllische Weiher und Étangs in der Romandie. Von der grossen Segeltour bis zur Feierabend-Aktivierung am Quartierweiher ist also für jeden etwas dabei.

 Schon diverse Schweizer Seen sind in der LLOTA-Datenbank erfasst — vom Genfersee bis zum Bodensee.

In HAM-Tools eingebaut

Weil LLOTA so gut zu unserer wasserreichen Region passt, habe ich das Programm direkt in HAM-Tools integriert — strukturparallel zu POTA, SOTA, WWFF und BOTA, sodass es sich genauso anfühlt wie die bestehenden Outdoor-Module. Konkret heisst das: ein eigener LLOTA-Log-Typ mit Activator/Hunter-Modus, Gewässer-Auto- Complete aus der kompletten Referenzliste (im App-Bundle vorinstalliert und jederzeit live von llota.app aktualisierbar), ein eigener Spots-Feed direkt von llota.app, eine LLOTA-Karte, ein Awards-Tab mit Activator-/Hunter-Zählung und Lake-to-Lake-Erkennung — und ein standardkonformer ADIF-Export (MY_SIG=LLOTA), den man unmittelbar auf llota.app hochladen kann. Liegt ein See zufällig in einem POTA-Park oder WWFF-Gebiet, lässt sich das QSO per Doppel-Programm-Funktion mit einem Klick für mehrere Programme gleichzeitig werten. Das Ganze ist seit Version 1.24.0 an Bord — wer HAM-Tools nutzt, kann also sofort an den nächsten See.

Verfügbarkeit

HAM-Tools ist als Developer-ID-signiertes, von Apple notarisiertes DMG verfügbar — am einfachsten direkt aus der App über den Update-Check (Ein-Klick), oder manuell von toolbox.funkwelt.net. Die App läuft als kostenlose Demo mit 50 QSOs; eine Lizenz (Lifetime, inkl. 12 Monate Updates) gibt es unkompliziert per Mail — Details auf der Hilfe-Site. Voraussetzung ist macOS 14 (Sonoma) oder neuer, als Universal-Build für Apple Silicon und Intel. Eine ausführliche Anleitung zum LLOTA-Modul samt Schritt-für-Schritt- Tutorial findet ihr unter toolbox.funkwelt.net/help/modules/llota.

Ab aufs Wasser

LLOTA ist eine schöne Einladung, das Funkgerät dorthin mitzunehmen, wo es ohnehin am entspanntesten ist — ans Wasser. Ob die grosse Segeltour auf dem Bodensee oder der Kaffee am Quartierweiher: Jeder aktivierte See zählt, und mit ein bisschen Glück sitzt am anderen Ende ein Hunter, der genau auf diese Referenz gewartet hat.

Wenn ihr LLOTA mit HAM-Tools ausprobiert, freue ich mich über eure Rückmeldungen:

  • Bugs & Wünsche: direkt aus der App (Cmd+Shift+B) oder per Mail an bugs@funkwelt.net
  • Web-Tools & Kontakt: toolbox.funkwelt.net / funkwelt.net
  • Im Cluster: HB9HJI — und vielleicht demnächst mit CH-0004 im Spot 😉

73 de HB9HJI
Christian Mueller, JN47PN

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