In der Ankündigung habe ich geschrieben, dass letztes Jahr schon am Donnerstag die ersten Wohnmobile auf dem Platz standen. Dieses Jahr wollte ich schlauer sein und bin selbst am Donnerstag angereist — und war trotzdem nicht der Erste. Irgendjemand ist in Märwil immer noch früher dran. Ich nehme es sportlich: Wer als Zweiter kommt, muss wenigstens nicht allein grillieren.

Freitag: Wohnmobil um Wohnmobil
Ab Freitagmittag ging es dann richtig los. Wohnmobil um Wohnmobil rollte auf den Platz, und der Nachmittag bestand im Wesentlichen aus drei Tätigkeiten: Kollegen begrüssen, Fahrzeuge platzieren, und beim Rangieren winken. Bis am Abend stand eine stattliche Womo-Siedlung rund ums Schützenhaus — vom kompakten Kastenwagen bis zum Liner war alles vertreten.
Der Grillabend durfte natürlich nicht fehlen. Das Wetter meinte es nicht ganz so gut mit uns — etwas verregnet und kühl —, aber das störte niemanden ernsthaft. Wir gingen ohnehin früh schlafen, um am Samstag fit zu sein. Man wird ja vernünftig mit den Jahren. Angeblich.

Samstag: Der grosse Tag
Um acht Uhr trafen die Verkäufer ein und bestückten ihre Stände, um neun war Einlass für die Besucher. Und dieses Jahr lohnte es sich besonders: Die Tische waren gut gefüllt, und das eine und andere tolle Stück wartete nur darauf, gekauft zu werden. Geräte, Antennen, Zubehör, Kisten zum Wühlen — genau die Mischung, die einen Flohmarkt ausmacht.

Wer übrigens am Samstagmorgen den Parkplatz entlangging, brauchte kein Schild, um zu wissen, dass er richtig ist: Die Fahrzeugdächer mit ihren Antennen haben das zuverlässiger verraten als jede Wegweisung.

Am Mittag gab es in der Festwirtschaft ausserordentlich feine Spaghetti bolognese — die Küchenmannschaft hat einen absoluten Superjob gemacht, und das wurde an den Tischen auch reihum so gesagt. Überhaupt: Ein grosses Dankeschön an die freiwilligen Helferinnen und Helfer des HB9TG. Ohne diese Truppe, die aufbaut, kocht, einweist und am Schluss alles wieder wegräumt, gäbe es dieses Wochenende schlicht nicht.
Der Rest des Tages gehörte den Gesprächen. An den Tischen wurde gefachsimpelt, verhandelt und erzählt, und zwischendurch traf man alle paar Meter ein bekanntes Gesicht. Genau dafür fährt man hin — der Flohmarkt ist der Anlass, die Leute sind der Grund.
Gegen Abend war bei den Womo-Leuten nochmals Grillieren angesagt, diesmal bei besserem Wetter. Viele schöne Erlebnisse und Gespräche auch da — die Sorte Abend, an dem über Antennen geredet wird, bis es dunkel ist, und dann noch ein bisschen weiter.

Zwei besondere Dankeschön
Zwei Begegnungen vom Wochenende verdienen einen eigenen Absatz. Tobi HB9HTZ hat mir einen Yaesu FTX-1 Optima als Leihgerät mitgebracht, damit ich an Ham-Tools weiterarbeiten kann — echte Hardware auf dem Werkstatttisch ist durch nichts zu ersetzen, und dass jemand dafür kurzerhand sein Gerät auswandern lässt, ist alles andere als selbstverständlich. Und Akio HB9HJK hat die Drohne steigen lassen und die Luftaufnahmen beigesteuert — die Ansicht des Platzes zuoberst in diesem Beitrag stammt von ihm. Danke euch beiden, genau so funktioniert dieses Hobby!
Sonntag: Abbau und Heimfahrt
Am Sonntag hiess es dann zusammenräumen und nach Hause fahren. Es ist jedes Jahr dasselbe kleine Wunder: Was am Freitag einen halben Tag Aufbau braucht, ist am Sonntag in ein paar Stunden verschwunden, und übrig bleibt ein leerer Platz und ein voller Kopf.
Danke, HB9TG, für die Organisation und die Gastfreundschaft — das 9. Ostschweizer Funkertreffen und der 14. HAM-Flohmarkt waren jeden Kilometer Anfahrt wert. Ich bin nächstes Jahr wieder dabei. Vermutlich wieder am Donnerstag. Und vermutlich wieder nicht als Erster.
73 de Chris, HB9HJI