/P weglassen bei POTA FT8 Aktivierung

Martin HB9HDI hat mich auf einen sehr interessanten und wichtigen Punkt bei einer Pota Aktvierung mit FT8 hingewiesen, natürlich gilt diese Information für alle FT8 Aktivitäten. Es ist unerlässlich die Länderkennung wie DL/ ON/ und auch bei Portabelbetrieb das /P im Call wegzulassen. Warum?

Dekodierungsprobleme

Die FT8-Software ist darauf ausgelegt, standardisierte Rufzeichen zu dekodieren. Rufzeichen mit nicht standardisierten Suffixen wie „/p“ können zu Dekodierungsfehlern führen. Dies liegt daran, dass die Software auf die Erkennung von Standardrufzeichen optimiert ist, und zusätzliche Zeichen können die automatische Erkennung und Protokollierung der Rufzeichen stören.

Der Grund hierfür: 
Diese Einschränkung von WSJT-X für nicht standardmäßige Rufzeichen, die bei Verwendung von „/P“ auftreten.

DB4SCW erklärt es ausgibig auf seiner Seite, es lohnt sich das durchzulesen.

https://www.db4scw.de/drop-slash-p-while-ft8-pota

4 Gedanken zu “/P weglassen bei POTA FT8 Aktivierung

  1. Simon Antworten

    Leider sind das weglassen des Länderpräfixes generell sowie in machen Jurisdiktionen auch das weglassen des Suffixes in aller Regel gesetzeswidrig. Portugal beispielsweise schreibt /P bei Portabelbetrieb zwingend vor, mein POTA-Rufzeichen auf Madeira war daher CT9/DC6ST/P, alles andere wäre ein Verstoß gegen das portugiesische Amateurfunkgesetz gewesen.

    In der Verordnung für den Betrieb mit ausländischen Kennzeichen innerhalb Deutschlands steht z.B. ebenfalls ganz konkret folgendes: «When transmitting the licence holder must use his national call sign preceded by the call sign prefix «DL». [..] An identification in accordance with this rule is also necessary when using digital modes». Es ist also verboten in Deutschland auf FT8 ohne DL/ auf Sendung zu gehen, die Strafe kann bis zu 10.000 Euro betragen.

    Ehrlich gesagt ist es mir unverständlich wie die Entwickler von WSJT-X so etwas grundlegendes nicht berücksichtigen konnten. WSPR hat ja genau das gleiche Problem, Rufzeichen mit Präfix müssen auf zwei WSPR-Nachrichten aufgesplittet werden. In beiden Fällen geht es um wenige Bits.

    • Chris Beitragsautor Antworten

      Guten Tag Simon, das sind sehr wichtige Informationen bezüglich z.Bsp. FT8 Betrieb in Deutschland. Ich kannte diese bisher nicht im Detail. Besten Dank für die Info!

      • Simon Antworten

        Ich habe eben noch mal in den genauen Wortlaut der CEPT-Empfehlung T/R 61-01 geschaut, die die gegenseitige, kurzzeitige (weniger als 3 Monate Aufenthalt) Anerkennung zwischen den europäischen und einigen anderen Staaten regelt. In Annex 2 «Conditions of Utilisation» Absatz 2.3 steht ebenfalls:

        «When transmitting in the visited country the licence holder must use his national call sign preceded by the call sign prefix of the visited country as indicated in ANNEX 2: and ANNEX 4:. The call sign prefix and the national call sign must be separated by the character “/” (telegraphy) or the word “stroke” (telephony).»

        Auch die anderen Abkommen die ich kenne, wie IARP oder das Abkommen zwischen Kanada und den USA, schreiben entweder einen Länderpräfix oder ein Regionssuffix (z.B. VE3FRV/W6 für einen Kanadier der in Kalifornien auf Sendung geht) vor.

        Mir ist damit in Summe kein Land bekannt das ausländischen Funkamateuren die Verwendung ihrer Heimat-Rufzeichen ohne lokalen Präfix oder Suffix gestattet, unabhängig von der Betriebsart.

        • Chris Beitragsautor Antworten

          herzlichen Dank für diesen extrem wichtigen Hinweis und das Nachschlagen im genauen Wortlaut der CEPT-Empfehlung!

          Du hast absolut recht: Die rechtliche Lage ist hier eindeutig, und mein bisheriger Stand (oder die Praxis, die man oft beobachtet) ist damit eigentlich hinfällig. Es ist in der Tat bedauerlich, dass WSJT-X bei den Standard-Nachrichtenlängen hier an seine Grenzen stösst, wenn man regelkonform mit Länderpräfix funken möchte. Das führt oft dazu, dass Funkamateure ‚abkürzen‘ – was, wie du richtig sagst, streng genommen illegal ist.

          Ich werde das Thema definitiv noch einmal in einem separaten Beitrag aufgreifen, um diese Fehlinformation zu korrigieren. Transparenz und die Einhaltung der Lizenzbestimmungen gehen vor! Nochmals danke für deine Mühe und die Klarstellung.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert