Contents
Warum uns ein goldenes Funkjahr bevorsteht
Wer sich mit Kurzwellenfunk beschäftigt, kommt an einem Thema nicht vorbei: unserer Sonne. Sie ist der Motor, der unsere Signale um den Erdball trägt. Doch warum ist das eigentlich so? Und was erwartet uns im gerade angebrochenen Jahr 2026?
Das Prinzip: Die Sonne als „Verstärker“ der Ionosphäre
Die Kurzwelle (HF) ermöglicht weltweite Verbindungen ohne Satelliten oder Internet – vorausgesetzt, die Erdatmosphäre spielt mit. Entscheidend ist hierbei die Ionosphäre, eine Schicht in 60 bis 1000 km Höhe.
Die ultraviolette Strahlung und die Röntgenstrahlung der Sonne treffen auf diese Schicht und schlagen Elektronen aus den Gasmolekülen heraus (Ionisation). Diese freien Elektronen wirken für unsere Funkwellen wie ein unsichtbarer Spiegel.
- Niedrige Sonnenaktivität: Die Ionisation ist schwach. Nur niedrige Frequenzen (z. B. 80m oder 40m) werden reflektiert, während höhere Frequenzen (z. B. 10m) einfach ins All entweichen.
- Hohe Sonnenaktivität: Je mehr Sonnenflecken wir sehen, desto stärker ist die UV-Strahlung. Die Ionosphäre wird „dichter“, und die MUF (Maximum Usable Frequency) steigt drastisch an. In solchen Zeiten sind das 10-Meter-Band oder sogar das 6-Meter-Band oft bis tief in die Nacht hinein für weltweite DX-Verbindungen geöffnet.
Prognose 2026: Das Maximum ist noch nicht vorbei!
Viele Funkamateure und Kurzwellenhörer blickten gespannt auf den aktuellen Solarzyklus 25. Während frühere Schätzungen davon ausgingen, dass der Höhepunkt bereits 2024 oder 2025 überschritten sein könnte, zeigen die aktuellen Daten zu Beginn des Jahres 2026 ein erfreuliches Bild: Wir befinden uns nach wie vor im solaren Maximum.
Wissenschaftliche Modelle der NOAA und des SWPC (Space Weather Prediction Center) deuten darauf hin, dass dieser Zyklus ein breites, langanhaltendes Plateau bildet. Anstatt eines kurzen, spitzen Maximums erleben wir eine Phase hoher Aktivität, die sich über das gesamte Jahr 2026 erstrecken wird.
Was bedeutet das für die Praxis?
Auch wenn es zwischendurch durch heftige Flares (Sonneneruptionen) zu kurzzeitigen Blackouts (Dellinger-Effekt) kommen kann, überwiegen die Vorteile bei Weitem:
- Konstante Öffnungen: Die oberen Bänder (15m, 12m, 10m) werden uns auch 2026 regelmäßig DX-Verbindungen nach Australien, Amerika und Asien bescheren – oft schon mit kleiner Leistung und einfachen Antennen.
- Transequatoriale Ausbreitung: Besonders im Frühjahr und Herbst sind hervorragende Bedingungen Richtung Südamerika und Afrika zu erwarten.
- Spannendes Weltraumwetter: Die hohe Aktivität sorgt zudem weiterhin für erhöhte Chancen auf Polarlichter, was auch für Funker im VHF-Bereich (Radio Aurora) interessant bleibt.
Fazit: Ein tolles Funkjahr erwartet uns
Die Zeichen stehen hervorragend. Die Sonne bleibt unser treuer Verbündeter und wird uns auch in den kommenden Monaten mit hohen Sonnenfleckenzahlen verwöhnen. Für uns Funkfreunde ist jetzt die beste Zeit, um die Antennen zu optimieren, die Geräte einzuschalten und die einzigartige Magie der Kurzwelle zu geniessen.
Ich freue mich auf ein tolles Jahr 2026 mit euch auf den Bändern und wünsche allen Lesern von funkwelt.net die besten DX-Verbindungen und „gut Licht“ in der Ionosphäre!
73 de [Dein Name/Redaktion Funkwelt]